Das Metropol-Theater entstand in den Jahren 1905/1906 zeitgleich mit dem Bau der Hochbahnlinie. Die Fassade wurde im klaren Stil der beginnenden Moderne gestaltet, noch verbunden mit einigen Anklängen an den zuvor dominierenden Jugendstil. Den Mittelpunkt bildet ein abgerundeter Vorsprung über dem Hauptportal mit Rundbogenfenstern. Überlebensgroße Figuren bringen pathetische Elemente hinein. Wie das Theater das ganze Spektrum des Lebens zeigt, so drücken die tanzenden Figuren Gefühle zwischen Glück und Angst aus.

Die Geschichte des Hauses ist so facettenreich, dass sie hier nur angedeutet werden kann.

Allein in den späten 1920er Jahren waren hier am Nollendorfplatz Erwin Piscator, John Heartfield, George Grosz und Berthold Brecht aktiv. Eine Bühnenzeichnung von Grosz (Christus am Kreuz mit Gasmaske und Armeestiefeln) führte übrigens zu einem viel beachteten Prozess wegen Gotteslästerung, ehe die künstlerische Avantgarde durch die Nazis zerstört wurde – etwas zur Zeit der Aufnahme des alten Motives mit Hakenkreuz im Bildhintergrund.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Theater durch Luftangriffe schwer beschädigt, auch der benachbarte Kirchbau der amerikanischen Gemeinde Berlin wurde zerstört. Die Fassade blieb allerdings weitestgehend erhalten.