


Entstaubt und gereinigt zeigen Sie höchstwahrscheinlich das Werk der Fotografin Elisabeth Stoll aus den späten 1920er Jahren. Laut Berliner Adressbüchern betrieb sie von 1921 bis 1934 im 4. Obergeschoss eines Hauses in der Zimmermannstraße und dann bis 1939 in der Berlinickestr. 9 ein „Photographisches Atelier“. Warum sie die Bilder auf dem Dachboden versteckte, ist unklar. Denn was zeigen die Bilder?
Abgelichtet wurden Menschen im Stadtpark, ggf. im nahe gelegenen Botanischen Garten. Meist jüngere Frauen mit Kindern, aber auch einige Familien und Gruppen. Alle Bilder sind einfühlsam fotografiert. Die Portraitierten schauen offen und wie selbstverständlich in die Kamera der Fotografin. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um klassische Auftragsfotografie, sondern um „Schnappschüsse“ im Park. Beachtet man den technischen Aufwand, der damals durch die Handhabung der Plattenkamera samt Stativ notwendig war, eine gewaltige Leistung, die sich über Monate hingezogen haben dürfte.












