Der alte Vinetaplatz im Wedding war ein großzügig angelegter Platz mit rechteckigen Freiflächen. Hier im Brunnenviertel entstanden vor rund 100 Jahren prächtige, repräsentative Wohnbauten, die im Motiv unserer Zeitreise wieder sichtbar werden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gegend eines der größten Sanierungsgebiete Berlins. Die starken Zerstörungen, aber auch die plötzliche Randlage an der Grenze zu Ost-Berlin führten zu einer Neubebauung, die viele als „Kahlschlagssanierung“ bezeichnen.

430 000 Wohnungen galten in den 1960er Jahren als sanierungsbedürftig oder abrissreif. In den Arbeiterbezirken Neukölln und hier im Wedding erkannten die Planer dabei den größten Erneuerungsbedarf. Die Flächensanierung traf vor allem das Brunnenviertel nördlich der Bernauer Straße, ein Gebiet mit 40 000 Einwohnern.

„Das Ergebnis war aus heutiger Sicht eine urbane Verödung, die Beseitigung urbaner Strukturen und Plätze sowie der funktionalen und sozialen Vielfalt“, sagt der Architektursoziologe Harald Bodenschatz. Machen Sie sich am besten einmal selbst ein Bild!