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Müllerstrasse / Ecke Seestrasse

Ab 1912 wurden im Hinterzimmer eines Weddinger Gartenlokals Stummfilme vorgeführt. 1916 baute man anstelle des Restaurants unter dem Namen Apollo ein eigenes Kinogebäude, ehe es 1921 in Alhambra umbenannt wurde. Zu dieser Zeit befanden sich an der Straßenkreuzung noch einige Tanzsäle und diverse Cafés, die Straßenecke war ein Zentrum des Nachtlebens.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kino schwer zerstört. 1953 erfolgte ein Abriss der Reste und ein Neubau mit 400 Plätzen. 1999 wurde das Gebäude wiederum abgerissen, um einem modernen Multiplex-Kino mit sieben Leinwänden Platz zu machen. Der damalige Eigentümer finanzierte den 14-Millionen-DM-Neubau über einen Kredit, den er langfristig nicht decken konnte.

Bis 1998 befand sich das Kino im Besitz der Familie Wegenstein. Man musste allerdings aufgrund der Spätfolgen der Finanzierung des Multiplex-Neubaues 2003 Insolvenz anmelden und das Kino verkaufen. 2004 kam das Kino unter Zwangsverwaltung und wurde schließlich zwangsversteigert. Von den einst 45 Kinos im Wedding ist das Alhambra das letzte überlebende kommerzielle Kino.