Badstrasse / am Marienbad

Die meisten Nichtberliner kennen die Weddinger Badstraße aus Monopoly, wo sie gemeinsam mit der Turmstraße im benachbarten Moabit den billigsten Straßenzug bildet. Geschichtlich betrachtet völlig zu Unrecht, denn das Gebiet um die Badstraße ist ein stadtgeschichtlicher Schatz!

Namensgeber der Badstraße war das Luisenbad. Gegründet an einer Quelle am Flüsschen Panke im frühen 18. Jahrhundert war es ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner, um das herum ein großer Park mit Gasthäusern, einer Kirche und Übernachtungsmöglichkeiten entstand. Und die besagte Panke fließt auch heute noch unterirdisch exakt unter der fotografierten Straßenszene entlang.

Bereits nach wenigen Jahrzehnten geriet das Luisenbad in eine Krise und erlebte zahlreiche Besitzerwechsel und Umbauten um das Bad herum. Endgültiger Todesstoß für den Badebetrieb war die Industrialisierung des Wedding und die durch Einleitung von Abwasser stark verschmutzte Panke. Nachdem sogar die Quelle versiegte und das Bad dem Straßenbau zum Opfer fiel, entstand auf dem Nachbargrundstück direkt an der Panke das Marienbad, ein Schwimmbad mit Kinosaal, Restauration und anderen Vergnügungsmöglichkeiten.

Der Kur- und Badebetrieb hat bis heute seine Spuren hinterlassen. Der heutige Ortsteil „Gesundbrunnen“ bekam seinen Namen vom ehemaligen Brunnen und der gesunden Wirkung des Quellwassers. Die noch erhaltenen Gebäude des Marienbads wurden im Zuge eines umfangreichen Umbaus in den 1990er Jahren umgebaut. Ein Relief des ehemaligen tempelartigen Badehauses ist erhalten geblieben und findet sich an einer Fassade der opulent gestalteten Mietsbauten links im Bild. Es trägt den Titel „Fonte salus“ – zu deutsch Gesundbrunnen.

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